Nathalies Regungen

… im Kopf und in den Beinen

22. Oktober 2012 – was vom Tage übrig bleibt …

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Galerien hatten immer etwas unnahbares für mich: Selten Besucher in den Ausstellungsräumen, eine eher abweisende Person, die irgendwo in einer Ecke sitzt, ein Buch liest und aufpasst. Ich habe Galerien nie betreten, selbst wenn mich die Bilder angezogen haben. Vielleicht lag es daran, daß ich ja schon wußte, daß ich nichts kaufen würde, bzw. daß die Preise vermutlich jenseits meines Einkommens liegen würden. (Dieses Zurückhalten lege ich aber bei Modelabels nicht an den Tag. Da laufe ich unbefangen in die Geschäfte der Luxuslabels rein und wieder raus. Ohne etwas zu kaufen.) Und so bin ich über Jahre im In- und Ausland zwar an Galerien vorbeigelaufen, habe mir an Fensterscheiben die Nase ein bißchen platt gedrückt, aber nie welche betreten.

Erst mit einem Kunden, einem Galeristen, änderte sich das. Seine weltweit bekannte Galerie ist an prominenter Stelle in München gelegen – aber nicht als Ladenlokal sondern in einem der oberen Stockwerke. Wenn ich bei ihm vorbeischaue, um etwas abzugeben oder mit ihm kurz etwas zu besprechen, warte ich in den Ausstellungsräumen. Die Zeit nutze ich, die Werke anzuschauen. Währenddessen kommen immer wieder Besucher in die Galerie, die keine Hemmungen haben, nach oben zu fahren, sich umzuschauen, ein kleines Schwätzchen über die Bilder und die Künstler zu machen (und sie zeigen dabei nicht mehr oder weniger Ahnung wie ich) und wieder zu gehen – ohne zu kaufen. Alles ganz normal.

Inzwischen habe ich auch meine Hemmungen überwunden und kann nur sagen: Geht rein, schaut Euch um, quatscht mit den Leuten oder auch nicht. Alles gar kein Problem. Es gibt einiges zu entdecken. Letztes Jahr in New York haben wir das immer wieder getan und hatten sehr viel Spaß dabei.

Und wenn Ihr noch ein bißchen „Ladehemmung“ habt oder Euch das Galerie-Bummeln schon Spaß macht: Geht auf die momentan in München stattfindenden „Highlights – Internationale Kunstmesse München“. Eine inzwischen zum dritten Mal im Haus der Kunst beheimatete Ausstellung, in der renommierte Galerien aus ganz Europa ihre besten Stücke (zwischen 2400 v. Chr. und 1955, Bilder, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Möbel … darunter z.B. Gemälde von Max Liebermann) zeigen (und natürlich auch verkaufen). Die Atmosphäre ist entspannt, Fragen werden ohne Druck und Zwang beantwortet.

Wir sind gestern durch die Hallen geschlendert und haben uns lange mit einem Galeristen über einen Kronleuchter unterhalten – allen war klar, daß wir sicher nicht zur „Kunden-Zielgruppe“ für diesen im 6stelligen €-Bereich gelegenen Leuchter gehören. Aber wir haben viel gelernt zur Konstruktion, Aufbewahrung, Transport dieses Prachtexemplars. (Abgesehen davon, daß der Leuchter schon höher ist als unser Wohnzimmer insgesamt.)

Also keine Hemmungen – es gibt viel zu entdecken!

Written by Nathalie

23/10/2012 um 08:51

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