Nathalies Regungen

… im Kopf und in den Beinen

Mein Pferdetrauma

with 3 comments

Selten hat eine Blogparade so gut zu mir gepaßt, wie die über Pferde- und Ponytraumata von Anne. Ich glaube, ich muß das im Berichtsstil hinterlassen, denn Erlebniserzählung geht irgendwie gar nicht, irgendwie traumatisch.
Damals:
  • Urlaub in den Dolomiten mit Eltern. Ich 9 Jahre. Noch nie auf einem Pferd.
  • Alm am Arsch der Welt, Kinderreiten.
  • Ich quengel, quengel. Auf den lahmsten Gaul der Welt gesetzt worden. Der Mann nimmt mir noch die Jacke ab, gibt sie meiner Mutter. In dem Moment geht der lahme Gaul durch, warum auch immer. Ich falle in eine weiche Moorwiese, stehe auf und sage: „Mama, warum baumelt der Arm so komisch?“
  • Notarzt, Fahrt über Alpenpässe bei Blaulicht und Tatütata, angeschnallt auf der Liege, hektische Funksprüche mit der Klinik, weiß noch, daß ich die Hektik und die ernsten Gesichter um mich herum komisch fand. War ja „nur“ ein Armbruch, hatte ich schon einmal gehabt.
  • „Massen“ Menschen, die auf mich in der Notaufnahme Brixen warteten, sofort in den OP. Blick kurz vor der Narkose auf die Brennerautobahn, das weiß ich noch wie heute – fand ich toll. (Man kann von der Autobahn heute noch Richtung OP-Saal sehen.)
  • Danach mit offenem Gips im August lange im Krankenhaus gelegen, ernste Blicke von Ärzten und Eltern (Knochen/Muskeln/Nerven alles oberhalb des Ellenbogens gebrochen, gerissen). Tolle Krankenhausküche, wirklich ein Traum (Frühstück, Kuchen, Suppe, Mittagessen, Eis, Kuchen, Suppe, Abendessen). Habe in der Zeit meine ersten guten Italienisch-Kenntnisse erworben. Wurde von den Schwestern umhegt und umsorgt. Meine Zimmergenossin war eine junge Frau, die nach einem Gewitter ein Geröllfeld runtergerutscht ist. (Anblick ganz schlimm).
  • Irgendwann nach Hause. Vorstellung im deutschen Krankenhaus, Sensation. („Den Arm hätten wir nicht dran gelassen.“) Arm gelähmt ab Schulter. Krumm und schief. Drei Jahre dreimal die Woche Krankengymnastik und Elektroschocks.
Heute:
  • Ein immer noch krummer, aber unauffällig funktionierender Arm mit erträglichen Einschränkung.
  • Dankbar für die Brixener Ärzte, die durch ihre Erfahrungen bei den ganzen Skifahrer-Knochenbrüchen genau die richtigen für diese OP waren.
  • Und dankbar, daß der Arm noch da ist, wo er sein sollte.
  • Nie wieder auf einem Pferd, Gaul, Pony o.ä. gesessen.

Written by Nathalie

01/08/2013 um 18:32

Veröffentlicht in Uncategorized

3 Antworten

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  1. […] Nathalies Regungen: Mein Pferdetrauma […]

  2. Na, da würde ich ja noch nicht einmal in einer Zirkusvorstellung Pferde ansehen wollen.

    Ulrike

    01/08/2013 at 18:56

  3. Horror und Trauma pur. Aber durchaus schlau, die Verletzung genau in der richtigen Region zu erleiden. Ein Hoch auf die Chirurgen in Skigebieten. Wie schön, dass es einigermaßen gut ausgegangen ist.

    excellensa

    01/08/2013 at 19:28


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