14. März 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

… die letzten zwei Tage gingen mir an die Nieren. Die Erschöpfung nach den letzten Monaten mit Leberpunktion, Zahn-OP und Beinbruch/Bandabriss sowie viel Arbeit kroch nochmal hervor. Ausgelöst sicher durch die letzten Tage extremer Entwicklung bei Corona.  Am Abend hatte ich gewissermaßen Endzeitstimmung – sah persönliche und wirtschaftliche schwarze Flecken, große Flecken. Aber ja, ich bin ein Stehauf-Männchen, das wird auch wieder. Ausschlaggebend war sicher auch ein ganz furchtbarer taz-Artikel. Der Artikel war nicht furchtbar, nur der Inhalt … über eine kleine Gemeinde in Italien. Ich verlinke ihn nicht.

… aber von vorn. Die Nacht war in Ordnung, um 2 und 6 Uhr wach geworden. Um 7 Uhr aufgestanden, gefrühstückt, geräumt. Zwei Pakete gepackt, eines für meine Eltern mit Pasta, Öl und Wein, ein anderes an eine Freundin mit Öl. P brachte die Pakete zur Tankstelle mit Hermes Shop. Danach weiter aufgeräumt.

… mit der Schwiegermutter telefoniert. Das kam so: Sie hat am 21.03.20 ihren 75. Geburtstag. Als am Mittwoch klar war, daß wir wegen C (ich nenne diese Corona-Scheiße jetzt einfach C) nicht kommen würden, sagte der Mann, wir müssten schnell einen Blumenstrauß bestellen. Was ich brav tat, im Blumenladen unseres Vertrauens in Augsburg anrief und für diesen Samstag (schnell!) einen großen Blumenstrauß bestellte. Denn dieses Datum ist mit Geburtstagen besetzt, mit dem meiner Oma und der Oma von P. Ich bekam also Daten und Wochen durcheinander. Als mir der Zahlendreh am Tag später klar wurde, sagten wir der Schwiegermama Bescheid, ließen es aber beim vorgezogenen Strauß – was weiß man, ob in einer Woche noch die Blumengeschäfte offen sein würden. Als der Strauß ankam, rief sie an und wünschte sich ein Geburtstagsständchen. Was ich brav erfüllte … aus voller Kehle.

… mit Mama telefoniert. „Gib mir doch mal Papa.“ „Der ist kurz in die Apotheke.“ …. es ist nicht einfach.

… mich beruhigen müssen, gelesen, etwas gestrickt.

… Lebensmitteleinkäufe für meine Eltern organisiert (Daniela und David, die ich von Twitter kenne, machen das. Große, sehr große Dankbarkeit.)

… Mittagessen (frischer Spargel, der erste weiße, deutsche – Grenailles, Schinken, Butter)

IMG_2662… Klavier gespielt (dazu mal wann anders mehr)

… Cappuccino getrunken, mit P nach Grünwald gefahren, auf dem Weg Flaschen, Glas und Plastik entsorgt, durch den Grünwalder Forst spaziert. Versucht, den Kopf frei zu bekommen. Auf dem Rückweg den Briefkasten des Kunden geleert, vielleicht das letzte Mal für längere Zeit.

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… auf dem Heimweg die Idee gehabt, in einem wahrscheinlich leeren Gartencenter (kurz vor 18 Uhr) noch ein paar Sachen mitzunehmen. Nicht umgesetzt, Massen an Autos und Menschen im Gartencenter. Unglaublich.

… zuhause zuviel Twitter gelesen (ich muß das irgendwie hinbekommen, ich liebe Twitter und meine Timeline, aber im Moment ist das „too much info“), P sprach mit Papa über den Apotheken-Ausflug (leichte Disharmonie), ich mit Mama über alles mögliche. Brotteig angesetzt, ebenso Pizzateig, Küche aufgeräumt.

… zum Abendessen nur Vanillepudding, der Magen mag nicht so viel.

… zur Ablenkung Malefiz aus dem Schrank geholt.

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… bloggen und dann Bett.

(Bloggen – auch eine Art der Krisenbewältigung.)

25. Januar 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

… gleich in der Früh nach Weßling gefahren und vier neue bzw. runderneuerte Brillen abgeholt. Hach, ich seh so viel! Ich mag sie alle, P findet die drei neuen seeeehr groß.

… Arbeit in der Wohnung und am Schreibtisch. Kurze Krise, weil die Schmerzen im Knie seit dem Krankenhausaufenthalt wieder da sind. (Mich damit beruhigt, daß sie auch ordentlich auf Knie und Knöchel gedrückt haben. „Tut Ihnen das weh?“ „Nein … nein … jetzt langsam ja … JA!“ Ich nenne das Zahnarzteffekt.)

… Weißwürste und Brezen zum frühen Mittagessen, abends Spaghetti Bolognese.

Gesehen:

„American Factory“ (Trailer) auf Netflix. Dieser Dokumentarfilm ist für einen Oscar nominiert. Drei Jahre lang begleitet der Film die Neueröffnung eines chinesischen Werks in einem kleinen Ort in Ohio, der geprägt ist von der Schließung eines General-Motors-Werks Jahre davor. Der Film zeigt offen und unheimlich klar den Unterschied der Kulturen, der Arbeitskulturen und der Einstellung zur Arbeit, zur Firma und zum Land. Überraschend war für mich, daß die gesetzlichen Sicherheitsstandards nicht durchgesetzt werden können (und daß es dazu scheinbar eine Gewerkschaft braucht?). Bedrückend. Ein wirklich sehr gut gemachter Dokumentarfilm.

Gehört:

Grabesgrün von Tana French zu Ende gehört. Ich fand es sehr durchsichtig, nicht besonders spannend … und die Frage, die mich interessiert hätte, wurde nicht aufgelöst.

Die neueste Folge von den Schaulustigen – James Bond, „Messiah“ und „Don’t f**k with cats“.

 

18. Januar 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

… der Wecker schellte wie unter der Woche. Wir wollten beide kurz nach 7:30 Uhr los. Für P ging es zum BMW Sicherheitstraining – einen ganzen Tag lang auf dem ehemaligen Flughafen in Maisach. Mein Weihnachtsgeschenk an ihn.

… und ich wollte zu meiner Optikerin in Weßling (also fast am Ammersee, gute 40 km entfernt). Man könnte meinen, es gibt in München keine. Aber ich bin so zufrieden mit Beratung und Messung, Brillenauswahl und Service, daß ich ihr seit mehr als 11 Jahren die Treue halte. Ich hatte damals einen Kunden am Ammersee. Das Geschäft fiel mir wegen seiner immer wieder überraschenden Dekoration beim Vorbeifahren auf.
Ich hatte in den letzten Monaten eine Verschlechterung der Sehkraft in die Ferne („Kommt im Alter eigentlich nicht vor.“) und in die Nähe festgestellt. Außerdem war die Sonnenbrille, inzwischen 11 Jahre alt, nicht mehr die beste. Aus dem Geschäft kam ich nach gut einer Stunde mit vier neuen Brillen: einer Nah-/Lese-Brille (neue Gläser, alte Fassung), einer Schreibtischbrille (ca. 80 cm Abstand, neue Gläser und neue Fassung, die alte war gut 15 Jahre alt und ich wollte mehr Fläche), einer Sonnenbrille (neue Gläser, neue Fassung). Und eigentlich hatte ich geplant, in der Fernbrille nur die Gläser austauschen zu lassen, lief aber einer sehr schönen, neuen Fassung über den Weg und kaufte auch diese. So habe ich nach 35 Jahren, in der man mir immer sagte, ich bräuchte zur Sicherheit eine zweite Fernbrille, endlich eine. Der Notfall trat aber nie ein. Und, ja, mein Kontostand wird nach Bezahlung der Rechnung „ein bißchen“ niedriger sein.

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… wieder nach Hause bei wesentlich mehr Verkehr. Brot gekauft, Brotzeit gemacht. Ermattet aufs Sofa gesunken und seit langem mal wieder einen ausgedehnten Mittagsschlaf gemacht. Mit Heizkissen auf dem Bauch, mir wurde einfach nicht warm. Nebenbei lief das Lauberhorn-Abfahrtsrennen im Fernsehen. Was für eine Kulisse. Eine Sekunde bereut, nicht mehr Ski zu fahren. Aber wirklich nur eine Sekunde.

… Cappuccino und Hefezopf zum Wachwerden.

… etwas Schreibtischarbeit, dann kam auch schon P von seinem Training zurück und berichtete ausführlich. Insgesamt sehr empfehlenswert und den Preis wert.

… Maultaschen-Suppe zum Abendessen. Danach spielen, stricken und Fernsehen. Eine Folge Blacklist, Handball und #ibes.

Gehört:

Die ersten Kapitel von „Grabesgrün“ von Tana French.

Gelesen:

Das ist nun wirklich der klare Schnitt. Kein Rosinenpicking. #meghanundharry

Und wenn wir gerade bei den Royals sind – Letizia trägt „meine“ Bluse. So geht das doch nicht. (Nur habe ich sie in weiß.) 🙂

22. Juli 2019 – was vom Tage übrig bleibt …

… das Dirndl ist fertig. Es ist schön, sehr schön. „Herb“, wie die Schneiderin meinte. Ich würde es „klassisch“ nennen. Im Winter werde ich wieder kommen und noch ein zweites machen lassen – aber erst muß ich den Stoff finden. Vielleicht im Herbst in Südtirol?

… ansonsten normaler Montag: Arm-Lymphe, Kunden-Termin in Grünwald. Post bei Kunden 2 geholt. Auf dem Heimweg im Second-Hand-Laden angehalten. Aber Montag ist kein Annahmetag. Nur Dienstag und Donnerstag. Aber für Marken-Dirndl zahlen sie ca. 20 – 40 Euro. Na dann doch Ebay.

… die Gliederung der Bachelorarbeit des Patenkinds ist vom Professor abgenickt worden!

… große Mengen für Backofengemüse geschnipselt. Es mußte für Abendessen und unsere Brotzeit morgen reichen.

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… ins nahegelegene Fernseh-Fachgeschäft geradelt. Meine Eltern möchten sich einen neuen Fernseher kaufen. Wir sollten uns das im Internet ausgesuchte Gerät näher anschauen und unseren Segen geben. Wir gaben ihn nicht. Der Fernseher hat zwar Mediatheken und einen Pseudozugang ins Internet, aber der funktioniert nicht richtig. Die Eingabe einer Internetadresse (wir probierten http://www.staatsoper.tv aus) und das Navigieren brachten den Fernsehhändler zur Verzweiflung. Wir probierten ein alternatives Produkt aus und gaben eine Empfehlung an meine Eltern weiter.

… die Polizei angerufen, weil mitten auf dem Radweg bei uns ums Eck von den Baustellenschildern nur noch die sauschweren Fußplatten rumstehen. Super Abflugrampen. Die Polizeibeamtin: „Fahrn’s halt langsamer.“ Meine hochgezogenen Augenbrauen sah sie aber wohl doch durchs Telefon und schob nach kurzem Zögern hinterher: „Wir schauen mal vorbei.“

… gestern mit der 7. Staffel von „Suits“ angefangen … und bin genervt. Ich stöhnte die halbe Zeit vor mich hin. Diese ganzen Befindlichkeiten, völlig unprofessionell. Mein Beruf und meine Kunden sind schon sehr „befindlich“, aber so unprofessionell … neee, neee, neee.


Benutzte Fortbewegungsmittel – Einzelfahrten: 2* Bus, 2* U-Bahn, 3* eigenes Auto (keine zeitlich akzeptable Alternative vorhanden – Fahrten über die Stadtgrenze hinaus) , 2* Rad, 2* zu Fuß (irgendwer hier wollte wissen, wie ich mich in der Stadt bewege – ich notiere das mal eine Zeit.)

Gekocht: Backofengemüse mit Couscous und Joghurt

15. Juli 2019 – was vom Tage übrig bleibt …

… mit ÖPNV zur Lymphe in die Stadt und wieder zurück.

… Dirndl aussortiert, vier zum Verkauf rausgelegt. Ebay oder Second-Hand-Laden. Mal sehen, was sie bezahlen. In Harlaching sucht einer händeringend Dirndl. Zur Dirndlschneiderin gefahren, eigentlich zur Abholung. Aber bei der finalen Anprobe haben wir festgestellt, daß meine Schulter/rechter Oberarm doch nicht mehr so symmetrisch zur linken Seite ist. Es muß doch noch etwas geändert werden. Warten bis nächste Woche, vorher bekommen wir die Terminkalender nicht übereinander. Aber wir haben schon über ein zweites Dirndl gesprochen, über Schnittmöglichkeiten und Stoffe. Die Empfehlung für Grasegger in Garmisch und für Handdrucke in Bad Aussee erhalten. Das werde ich im Winter angehen.

…  ab elf schließlich am Schreibtisch und nur zwischen Anfragen verschiedene Kunden betreffend hin und her gesprungen. Vertrag hierhin, ein Vertrag zurück, Anruf hier, Anruf da. Viel bewegt, aus meiner Sicht wenig geschafft.

…   unterbrochen durch die Nachbarsbub, der mir freudestrahlend zeigte, dass er jetzt Fahrradfahren kann.

…  Abendspaziergang durch den Park, ein wenig Doku auf 3sat, schon um 21:30 Uhr ins Bett.

10. Juni 2019 – was vom Pfingstmontag übrig bleibt …

… ganz vernünftig nur bis 0.30 Uhr getanzt. Unruhige Nacht, das 1,40 m breite Bett mit zwei großen Federbetten und uns zwei war überfüllt. Um 5 hellwach, bestens von 6 bis zum Weckerklingeln um 8 Uhr geschlafen. Katzenwäsche, zusammengepackt, Zimmer bezahlt, Frühstück, Gespräche mit Mitarbeitern des alten Arbeitgebers. Alles richtig gemacht, kein Vermissen des alten Jobs, der alten Firma, der alten Position.  Das Brautpaar nochmals beglückwünscht und bedankt, ebenfalls die Bräutigamseltern.

… Heimfahrt, ein bißchen ruhen und Punkt 12 Uhr das erste Mal nach zwei Wochen beruflich an den Schreibtisch. Dort aber als erstes noch ein Kärtchen an die Brautleute geschrieben. Dann Kontoauszüge drucken, buchen, Umsatzsteuervoranmeldung und Elster. Dazwischen Eiskaffee. Unterlagen für Dienstag gepackt, keine rechte Lust. Balkon aufgeräumt, Boden desselbigen geschruppt, Blumen gesäubert. Spaziergang geplant, dann aber dem aufziehenden Unwetter zugeschaut und die Zugrichtung der Gewitter im Internet beobachtet. Wir kamen hier gut weg. Viel Sturm, viel Regen, aber kein Hagel. Spaziergang gestrichen.

… Risotto mit Erbsen, Spargel, Südtiroler Grauburgunder, Fußball Argentinien – Kanada. Später die zweite Staffel von „The marvelous Mrs. Maisel“ angefangen. Wieder zu Arbeitsrhythmuszeiten, d.h. um 22 Uhr, ins Bett.

9. Juni 2019 – was vom Pfingstsonntag übrig bleibt …

… das erste Mal wieder Wecker nach zwei Wochen. Wir waren heute zu einer Hochzeit eingeladen. Davor mußte noch allerhand erledigt werden. U.a. frühstücken, die Umsatzsteuervoranmeldung von P, wieder Wäsche und ein kleines Mittagessen. (Kaffee um 17 Uhr ist mir einfach – nach zweimal Sekt dazwischen und Beginn des Programms um 13 Uhr – zu spät. Vielleicht werde ich aber einfach nur alt und grumpy.  Aber große Vorfreude auf die Hochzeit.).

… Apropos grumpy: Nachbarn, die meinen, am Pfingstsonntag ab 10:00 Uhr bohren zu müssen, hämmern zu müssen, die nicht. Nach einer Stunde haben wir es ihnen dann auch gesagt. Sie verschieben es jetzt auf Dienstag.

… Apropos Hochzeit: Der Bräutigam ist ein ehemaliger Mitarbeiter von mir, den ich im zarten Alter von 19 Jahren, nach seiner Lehre und frisch aus Zwickau nach München gekommen, einstellte und ein bißchen unter die Fittiche nahm. An seinem ersten Arbeitstag nahm ich ihn abends mit auf die Wiesn. Das war vor 19 Jahren. Er meinte, ich hätte ihn stark geprägt. Er würde sich sehr freuen, wenn wir bei seiner Hochzeit dabei wären. Ich war ein bißchen gerührt.

… „Kleines“ Gepäck für die Übernachtung gepackt. Damit machen andere eine Weltreise.  Für alle Eventualitäten sind wir gerüstet, inklusive Flut meint P. (Weiß man’s? Freie Trauung vielleicht im Freien? Sonnenhut! In einer kalten Kapelle? Stola! Mücken auf dem Land? Autan!)

… Gut Sonnenhausen (Gehört zu den Hermannsdorfer Werkstätten) ist wirklich eine wunderbare Hochzeitslokation. Die Trauung im Freien war stimmig und stilvoll. Im Hintergrund quakten die Frösche. Manche Gäste kamen ganz schön ins Schwitzen, wenn sie keinen Schattenplatz erwischt hatten. Der lockere Empfang im Innenhof bei Sekt, Bier, Wasser und selbstgemachte Bio-Limonaden war angenehm entspannt.

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…  Kaffee und Kuchen, Abendessen, drei kurze Reden, dann Tanz durch die Nacht. Cocktails, Mitternachtsbrotzeit, Bett.