Heuschnupfen

Jedes Jahr das gleiche Spiel – ich bin immer wieder im wahrsten Sinne geplättet von den Auswirkungen des Heuschnupfens. Ich weiß seit gut drei Jahrzehnten, daß er so sicher wie das Amen in der Kirche kommt. Und fast jedes Jahr bin ich doch von der Bandbreite überrascht. Eigentlich sollte ich es ja wissen.

Mit der Pubertät ging’s los. Die Augen juckten, die Nase lief, die Medikamente, die es gab, waren noch nicht so toll. Die mündliche Abiturprüfung in Physik absolvierte ich mit Schweinchen-Augen in einem mit Jalousien abgedunkelten Physiksaal, während draußen das Frühjahr bzw. die Birken tobten.

Über die Jahre kam (nicht nur im Pollenbereich) die ein oder andere Allergie hinzu. Bei den Pollen zieht es sich inzwischen aber doch von Anfang Januar (Hasel, der Hausarzt nennt mich inzwischen sein Frühwarnsystem) bis Mitte Mai (Kastanie). Dann hat es wenigstens mit den Pollen ein Ende bei mir.

Inzwischen sind die Medikamente aber besser als vor 25 Jahren. Schnupfen und die Augen stellen bei einer kleinen Tablette am Tag kein wirkliches Problem mehr da. Dafür ist aber nach Jahren die Lunge in Mitleidenschaft gezogen‘ allergisches Asthma. Und der Körper ist langsam, nicht so leistungsfähig, viel schneller müde, er benötigt in dieser Zeit Unmengen von Essen/Energie, ich bin platt. Ich schränke in den „harten“ Birken-Wochen meine Aufenthalte im Freien fast völlig ein, schaue Wetterberichte mit Hoffnung auf länger anhaltende Wolkenbrüche.
Wenn ich es hier aufschreibe, vielleicht merke ich es mir dann?

Die ganze Sache hat aber auch einen Vorteil. Man schaut sich die Flora näher an. Blüht schon was? Was blüht schon? Auch wenn einem erst beim fünften Paris-Besuch auffällt, daß, nach dem Neuerwerb einer Kastanienpollen-Allergie, diese Stadt eigentlich nur aus Kastanienbäumen im Zentrum besteht. Spätestens in der Notaufnahme eines Pariser Krankenhauses weiß man es bestimmt, aber das ist eine andere Geschichte.

12.-15. März 2013 – was vom Tag übrig bleibt …

  • Nicht fit. Eine Streptokokken-Infektion hat mich erwischt. Erhöhte Temperatur, müde, erschöpft, Atemnot. Viel geschlafen, die T-Home-Box leer geschaut, Internet leer gelesen, nachgedacht, gegrübelt.
  • Ich möchte mich von einem großen Kunden trennen, dazu bedarf es aber an Nachschub. Zwei kleine Auftraggeber kündigen sich an, sie würden zwar nicht den großen Kunden ersetzen, aber es wäre ein Anfang. Außerdem habe ich letzte Woche eine größere Werbeaktion gestartet, die hoffentlich über kurz oder lang nachhaltigen Erfolg zeigen wird.
  • Die Hausverwaltung und der Schreiner meldeten sich Dienstag. Kommenden Montag und Dienstag bekommen wir im Schlafzimmer Parkett. Mir graut. Ein Zimmer ganz ausräumen. Das Wohnzimmer wird dadurch völlig lahm gelegt. Wir versuchen, Küche und Arbeitszimmer unangetastet zu lassen. Ich werde berichten.
  • Während der Krankentage den im Moment hoch im Kurs stehenden Roman (eigentlich Jugendroman) von John Green „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ gelesen. Es gibt eigentlich nur guten, enthusiastische Kritiken. Ich habe es sehr schnell gelesen. Die Sprache ist einfach, aber mitnehmend. Das Thema ist natürlich bedrückend, die Liebe zwischen zwei krebskranken Teenagern. Und auch bei mir sind zum Schluß zwei Tränchen geflossen. Aber insgesamt hat es mich nicht wirklich ergriffen. Es war mir insgesamt zu platt und zu vorhersehbar.

Hausschuhe

Ich bin zuhause ein Barfußgeher oder im Winter ein Sockengeher. Schon immer. Bei meinen Eltern und auch jetzt. Hausschuhe mochte ich nie besonders gerne, höchstens im Winter bei großer Kälte. Dann waren das aber auch Hüttenschuhe, die eben keine richtige dicke Sohle haben. Zur Not hatte ich auch immer noch ein paar Birkenstock im Haus, schnell zum Reinschlüpfen nach dem Duschen oder für den Weg zu Mülltonne oder Keller.

Aber wie das Leben so spielt, wird man nicht jünger und vor gut einem Jahr riet mir die Krankengymnastin die Birkenstock zu verbrennen („Die sind nur für den Kamin gut aber nicht für Rücken oder Füße!“) und nicht mehr barfuß zuhause zu laufen. Die Ferse sei voller Nerven und irgendwann hätte ich bei meiner Konstellation Schmerzen in den Füßen. Sie riet mir über den Tag zuhause zu flexiblen Sneakers oder eben zu Hausschuhen aus dem Bequemschuhladen, da dort die Ferse gut abgefedert wäre.

Seit gut einem halben Jahr trage ich inzwischen daheim Sneaker und konnte mich über den Winter gut damit anfreunden. Ich merkte aber auch, daß ich langsam an der Fersenkante empfindlich wurde, da ich trotz allem noch viel barfuß herumlaufe, einfach morgens nach dem Aufstehen und dem Bad. Also mußten Hausschlappen her. Und der Sommer kommt ja auch bald.

Liebe Hersteller: Müssen solche Schlappen wirklich immer aussehen, als wäre man schon scheintot und es ist einem egal, was man an den Füßen trägt? Wirklich? Kann man nicht ein bißchen Chic, und das heißt nicht Pailetten oder Schnickischnacki, in/an die Schuhe bringen? Es wäre schon viel getan, wenn die Farbenpalette nicht nur von Sand über Bundeswehr-Khaki bis Schlamm reichen würde.

Am vergangenen Samstag habe ich mir welche gekauft, schweren Herzens, all meine modischen Wünsche vergessend, nur unter der Prämisse, dem Körper etwas gutes zu tun. Es fällt schwer, die Schuhe morgens an den Füßen zu sehen. Aber ich stehe gut und laufe gut – und wenn Besuch kommt, verstecke ich sie.

10. März 2013 – was vom Tage übrig bleibt …

Kirschzweige

  • Der Heuschnupfen schlägt das erste Mal wirklich zu und gleich sehr heftig. Die Lunge „pumpt“ – in zügigem Tempo gehen und dabei reden, funktioniert nicht mehr. Aber das schlechte Wetter wird den Pollen kurzfristig den Garaus machen.
  • Das Patenmädel besucht, der die Zeit nach einer Mandel-OP in der Klinik lang wird.

Bettgeschichten … für Frau Wortschnittchen

Frau Wortschnittchen ist neugierig und möchte wissen, wie ihre Leser schlafen bzw. liegen und sich zudecken, so als Pärchen. Und wie auch in ihren Kommentaren schon sichtbar, machen scheinbar alle Paare eine Entwicklung durch. Auch wir.

Angefangen haben wir mit einer 1,40 m * 2,00 m Matratze, die P. mit in die gemeinsame Wohnung brachte. Eine Art Futton. Hart. Puhhh. Wir wurden älter. Mir tat langsam aber sicher morgens der Rücken weh beim Aufstehen. Er verneinte das vehement. Ein tolles Bett, immer noch, sagte er.

Aber irgendwann begaben wir uns auf Matratzen-Suche und lagen Probe. Samstags in Möbelgeschäften und Matratzengeschäften, in noblen Einrichtungshäusern und in Wasserbetten-Studios. Hat man nämlich drei, vier Matratzen ausprobiert, sind danach alle gleich. Man muß wieder warten und am nächsten Wochenende wieder neues probieren. Von „Probeliegung“ zu „Probeliegung“ wurden wir „weicher“ und wir wanderten von Wasserbett über Tempur zu Kaltschaum. Und schlugen bei Kaltschaum zu. Jetzt liegen wir seit 11 Jahren auf zwei Matratzen, insgesamt 1,80 m * 2,00 m. Im Winter haben wir zwei Federbetten, im Sommer liegen wir unter Leintuch und Tagesdecke, d.h. eine Zudecke. Das funktioniert, nach wochenlangen Kämpfen immer wieder im Italien-Urlaub, inzwischen ohne Probleme. Wir möchten es nicht mehr missen.

Bald steht ein Neukauf an. Da wir wieder ein Stückchen älter geworden sind, denken wir über Lattenroste nach, (elektrisch) verstellbar. 😉

20. und 21. Dezember 2012 – was vom Tage übrig bleibt …

  • Eine Nacht ohne Schlaf oder sagen wir, ab 3 Uhr ohne Schlaf. Zahnschmerzen ohne klare Ursache, aber doch mit der Vermutung, daß entweder der wurzelbehandelte Zahn Mucken macht oder die Kieferkämme nach langer Zeit wieder entzündet sind. Was mir lieber wäre? Pest oder Cholera? Zahn ziehen und Implantat oder schwierige OP in der Uniklinik Aachen?
  • Wie sich um 8 Uhr bei Kieferchirurg herausstellte – es sind die Kieferkämme. Cholera und Aachen also.
  • Gebremst durch Schmerzen und Schlafmangel durch den Tag gekämpft.
  • Aber abends noch den Christbaum im Wohnzimmer aufgestellt, damit er sich „aushängen“ kann.

Tannenzweig

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  • Den 21. Dezember mit einem Besuch des Großmarkts um 6 Uhr morgens begonnen. Ich war so gut wie allein. Die Gastronomen gehen doch eher spät ins Bett und stehen nicht so früh auf. Ein entspannter Einkauf.
  • Ein Tag am Schreibtisch ohne große Störungen, meine Kunden haben im Moment anderes zu tun und lassen mich arbeiten.
  • Den Christbaum mit Kerzen und Kugeln geschmückt – vor der Finalisierung mit den Holzfiguren dann doch noch mal mit Kopfschmerzen auf die Couch verschwunden. Hormonschwankungen und Wetterwechsel einfach eine unschlagbare  und garantierte Kombi, um bei mir Kopfschmerzen auszulösen.

Christbaumanhaenger