Mathematikerinnen und Mädchenschulen

Die aktuelle Diskussion zum „In Mathe bin ich Deko“-Shirt von Otto und vor allem der Artikel der Berlinmittemom zum Thema „self-fulfilling prophecies“ erinnerte mich wieder an meine Uni-Zeit:

  • Von den 133 Studenten, die an der TU München Ende der 80er mit mir angefangen hatten, Diplom-Mathematik zu studieren, waren sechs weiblich.
  • Von den 6 Studentinnen waren 6, also alle, an Mädchen-Gymnasien.
  • Von den 6 Studentinnen hatte keine je die Sätze gehört „Du kannst das nicht.“ oder „Für Mädchen ist Mathe schwierig.“ oder „Studier‘ das lieber nicht als Mädchen.“ und trug wahrscheinlich auch keine ein Shirt mit der Aufschrift „In Mathe bin ich Deko“. Vergleiche mit Jungs wären, da keine vorhanden waren, eh abstrakt gewesen.

Meine ausschließlich männlichen Mathe-Lehrer unterstützen, vorallem in der Kollegstufe (an einem neusprachlichen Gymnasium) meine Idee eines Mathe- oder Physikstudiums. Meine Eltern fanden gut, daß ich studieren wollte. Was, war erst einmal nebensächlich. Ich bin nie auf die Idee gekommen, daß ich als Mädchen, junge Frau das nicht schaffen könnte. Vielleicht auch, weil es mir keiner gesagt/suggeriert hatte?

Erst später, im Berufsleben, wurde ich immer wieder damit konfrontiert. Und ich ärgere mich immer wieder über die Frage: Haben Sie auch fertig studiert? – hier schon mal erwähnt.

P.S. Von den 133 Studenten haben 34 das Studium abgeschlossen, davon 5 Studentinnen. 🙂 Geht doch.

Bronstein

6. Oktober 2012 – was vom Tage übrig bleibt …

  • Fit. Na ja, etwas wenigstens. Ran an den Schreibtisch. Mails und Post sichten. P. mit seiner Mama in die Stadt geschickt.
  • Nicht „Wetten, daß …“ geschaut. Mit Herrn Lanz habe ich es ja gar nicht. Mit seiner unechten Betroffenheitsmiene konnte ich nie etwas anfangen. Aber vielleicht liegt es auch daran, daß ich mit Elstner aufgewachsen und mit Gottschalk meine Erfahrungen gemacht habe. Mit Papa war ich vor Urzeiten mal in Augsburg in der Sporthalle zu einer Ausgabe von WD. Das war damals eine Sensation. Fernsehen war etwas besonderes und live dabei zuschauen zu können noch viel mehr.Und Jahre später, kurz vor Ende des Studiums, war ich mit meiner besten Freundin Wettkandidatin in einer Sendung. Gottschalk moderierte. Hingekommen sind wir eigentlich nur, weil wir in SEHR angeheitertem Zustand (nach einem Wiesn-Besuch) einen Brief an das ZDF geschrieben hatten, mit einer Wettidee (von der wir nicht wußten, ob sie überhaupt funktionierte) und einem Foto von uns zweien im Dirndl an Bord eines Chiemsee-Dampfers, zugegebenermaßen sehr sympathisch. Eingeworfen noch in der gleichen Nacht – am nächsten Tag hätten wir das sicher nichts getan. Und beim Absacker noch der Schwur, niemandem etwas zu erzählen. :-)Lange Rede, kurzer Sinn – das ZDF war begeistert, wir nicht. Erstmal überhaupt die Wette ausprobieren, klappte innerhalb 3 Tagen. Casting in Mainz – das ZDF begeistert, wir auch. Gottschalk begeistert, wir nicht mehr. Absage unsererseits. Kurzfristige Zusage unsererseits.

    Wir haben es durchgezogen, außer Eltern und Großeltern vorher niemandem etwas erzählt, und sind für eine knappe Woche mit Partnern los. Tolle Tage mit dem ZDF-Team gehabt, nicht so tolle Tage mit den anderen Kandidaten, die alle sehr versessen nach Wettideen gesucht und dann auch über Monate geprobt hatten. Da fielen wir mit Leichtigkeit und „Mitmachen ist alles“ völlig aus dem Konzept.
    Kurz vor der Sendung kam dann doch die Aufregung, eher bedingt durch Sachen wie „Wir nähen Dir das T-Shirt an der Hose fest, damit es nicht verrutscht, aber auf die Toilette kannst Du dann nicht mehr.“ Oder ähnliches. Aber: Gottschalk gibt Sicherheit, egal was passiert, ich wußte, er „fängt“ uns auf. Die Wette lief gut. Das Millionenpublikum vergißt man, die Halle mit ihren Zuschauern hat mich nicht gestört, bzw. zur Nervosität geführt.

    Es war ein Erlebnis, immer wieder in „Weißt Du noch, …“-Geschichten bei einem Glas Wein, bedingt auch durch einen weiteren Auftritt im Holländischen „Wetten, daß…“, die uns eingekauft hatten.
    Die Aufforderung der WD-Crew, „wir nehmen Euch jederzeit mit einer Wette wieder“ oder „wir geben Euch auch eine Idee“, nahmen wir nicht in Anspruch. Einmal ein tolles Erlebnis. Mehr auch nicht, das war dann auch gut so.
    (Und nein, es war vor YouTube-Zeiten. Man findet die Wette nicht im Internet, nur hier bei mir in der Wohnzimmerkommode auf VHS-Kassette und DVD.)