Meine Corona-Chronik – Teil 2

Frau Novemberregen führt ihre Chronik fort – das ist eine gute Idee, der ich folge.

Seit dem 18. Mai gehe ich wieder regelmäßig zweimal die Woche zur Lymphdrainage. Ich habe jeweils 8 Uhr Termine, bin somit die erste im Zimmer und kann kurz durchlüften. Die Physios und ich kommen uns natürlich nahe (mit Maske).

Christi Himmelfahrt wird für einen Eltern-Besuch genutzt – ich sitze auf dem Balkon, die Eltern im Wohnzimmer, es ist irgendwie … verrückt.

Am 22. Mai habe ich mein erstes berufliches Meeting in der Stadt in einem sehr großen Besprechungsraum. Wir sind zu viert, alle Fenster sind weit offen, alle tragen Masken. Es fühlt sich trotzdem komisch an. Es werden sieben weitere Meetings in den kommenden acht Wochen folgen, an denen drei bis fünf Personen teilnehmen. Meetings, bei denen ich nur einen Kunden sehe und mit ihm einige Stunden gemeinsam arbeite (damit hatte ich vor Corona die meiste Zeit verbracht), fanden seit dem 3. März nicht mehr statt. Alles erfolgt nur noch telefonisch. Aber die Auftragslage ist gut, nach einer Delle im März und April bin ich seit Mai wieder voll beschäftigt.
P. ist weiterhin im Homeoffice, er arbeitet unter der Woche im Wohnzimmer, ich im Arbeitszimmer. Wir haben uns mit der Situation gut arrangiert. Und können das so auch noch längere Zeit durchhalten.
Weiterhin teilt Novemberregen mein Homeoffice – jedenfalls virtuell – mit mir. Sie ist inzwischen wieder in ihrem richtigen Büro. Ich mag es sehr.

Wir laden Freunde zu einem Südtiroler Abend ein und liefern dafür am 23. Mai alles an die Haustür. Der Abend wird über Hangout vergnüglich und feucht-fröhlich. Alle sind froh, daß dieses Mal wirklich keiner mehr fahren muß.

Am 29. Mai habe ich eine überraschende, kleine Operation am großen Zeh, in dessen Folge ich kurz das Klinikum Rechts der Isar aufsuchen muss. Am Eingang wird bei allen Fieber gemessen. Die – vor allem älteren – Besuchen halten keinen Abstand.

Ab 6. Juni haben P und ich zwei Wochen Urlaub und verbringen ihn zuhause. Das Wetter spielt leider nicht so mit, es regnet viel und ist kalt. Aber wir machen das beste daraus und können doch noch einige Ausflüge unternehmen. U.a. in den Botanischen Garten, nach Linderhof, Ettal und Garmisch, an den Schliersee und Tegernsee, an den Chiemsee und auf die Fraueninsel. Alles zum Teil sehr leer. Wir stellen aber fest, daß wir besser entspannen, wenn wir wegfahren. Wir denken darüber nach, den Herbsturlaub ggf. am Schliersee zu verbringen.

Am 13. Juni essen wir das erste Mal wieder auswärts.

Wir treffen uns am 30. Juni das 28. Mal zum #stapeldesgrauens und beschließen, daß wir diesen Hangout umbenennen zu #stapeldesalltags. Denn die Stapel des Grauens sind verschwunden, ab jetzt geht es um die tägliche Post aber auch um irgendwelche auszumistenden Schubladen und Ecken.

Während der ganzen Zeit liefern wir alle zwei Wochen Lebensmittel nach Augsburg. Ende Mai kaufen meine Eltern wieder alles selbst ein. Seit 11. Juli macht das auch meine Schwiegermutter.

Am 12. Juli googeln wir das erste Mal ernsthaft nach Ferienwohnungen in Südtirol für September. Sehr vieles ist zwar frei, aber keine hat angemessene Stornierungsbedingungen. Wir werden also erstmal nicht buchen und kurzfristig entscheiden.

tbc

 

5. Juni 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

… ich bin nicht gläubig oder bin übersinnlichem zugänglich. Aber ich zünde immer mal wieder Kerzchen in einer Kirche an, für meine Lieben und auch für mich. Halte inne, hoffe, daß es in Zukunft allen gut geht.

Warum ich das mache? Das frage ich mich auch jedes Mal. Ich habe keine Antwort. Aber es tut mir gut. Diese Momente des Innehaltens, des Reflektierens, des Nachdenkens und auch des dankbar sein.

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Montag, 1. Juni 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

Interessante Einladung einer Privatbank zu einer Online-Konferenz für Frauen zum Thema Nachhaltigkeit. Ich muß absagen, da ich zu diesem Termin verhindert bin. Ich gestatte mir aber noch folgenden Absatz:

„… noch besser wäre es, wenn unter den Referenten wenigstens eine Frau zu finden wäre. Vielleicht ist das auch ein kleiner Anstoß für die kommende Jahresabschluß-Veranstaltung, bei denen ich mich in der Vergangenheit an keine Frau im Referentenkreis erinnern kann.“

Ist es Ignoranz, Unwissenheit? Was ist es? Fällt es den Damen im Bank-Team nicht auf? Ist es ihnen nicht wichtig? Mir ist es wichtig.

Ich bin auf die Antwort gespannt. Und ja, ich denke, sie werden mir antworten.

Freitag, 29. Mai 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

Es ist manchmal doch ein bißchen überraschend, wie weit weg manche meiner Kunden von Alltäglichkeiten sind.

Kunde: „Können Sie die Überweisung gleich Dienstagfrüh machen, nach den Feiertagen?“

N: „Ich kann es auch gleich erledigen.“

K: „Aber Freitagnachmittag haben doch die Banken nicht mehr auf.“

N: „Ich mache das online.“

K: „Und da können Sie das jetzt auch machen?“

N: „Ja.“

K: „Auch Samstags und Sonntags … und sogar nachts?“

N: „Ja.“

K: „Das ist ja toll.“

Ich mag ihn.

Meine Corona-Chronik

@giardino und @fragmente machten es bei Twitter vor, Frau Novemberregen zog auf ihrem Blog nach. Und ich möchte es vor allem für mich festhalten – die Corona-Chronik.

Erste Januar Woche 2020 – ich sitze in Venedig mit gebrochenem Schienbein und mehreren angerissenen Bändern im Knie (was ich zu dieser Zeit aber noch nicht weiß) in unserer Ferienwohnung auf der Couch und lese viel im Internet, während der Mann Venedig erkundet. Ich lese von Lungenentzündungen ausgelöst durch SARS-ähnliche Viren in China. Jo. Ist in China.

Danach ist die Zeit recht verschwommen, aber ich versuche Ende Januar „nur mal zur Sicherheit“ Mund-Nasen-Schutz im Internet zu bestellen und scheitere. Internet-Apotheken haben nichts mehr lieferbar. Allein zwei Flaschen Desinfektionsmittel ergattere ich … und dann auch noch fünfzig Masken für einen aberwitzigen Preis. Diese geben wir den Eltern und der Schwiegermama am 2. Februar bei einem gemeinsamen Essen in einem Restaurant in München in die Hand. „Nur mal zur Sicherheit – ihr werdet es schon nicht brauchen.“ Sie halten uns wohl für übervorsichtig, sagen aber nichts. Wir uns im übrigen auch.

An meinem Geburtstag am Valentinstag besuchen wir den Cirque du Soleil auf der Theresienwiese. Es gibt eine Menge chinesische Akrobaten. Ich denke darüber nach, wie es ist, hier in Deutschland zu sein, wenn ggf. schon einige ihrer Verwandten in China krank sind. Wir sitzen und stehen in einer großen Menschenmenge den ganzen Abend.

Neun Tage später, am 23. Februar 2020, essen wir bei meinen Eltern zu Mittag, auch die Schwiegermama ist mit dabei. Wir reden allen – auf dringendes Anraten von P – ins Gewissen, sich Vorräte zuzulegen, um ggf. vier Wochen ohne Einkaufen auszukommen. Was sie dann auch machen. P drängt mich am 24. Februar 2020 zu einem gemeinsamen Einkauf im Großmarkt – er macht mich damit nervös und ängstlich. Und ich verkaufe einen Großteil meiner Aktien im Depot an diesem Abend.

Am 26. Februar besuche ich (per Bahn) einen Kunden im Chiemgau. Mir gegenüber auf der Rückfahrt sitzt ein Herr, der stark hustet. Ich kann mich gut daran erinnern. Am 27. Februar kaufe ich noch Kinokarten für die Premiere des neuen James Bond am 2. April, rechne aber nicht mehr damit, daß die Vorstellung stattfindet (sie wird zwei Wochen später abgesagt werden).

Am 3. März 2020 habe ich den letzten Termin mit einem Kunden bei ihm vor Ort – mein Patenmädel wird als Werkstudentin mit dabei sein. Drei Tage später teilt sie mir mit, daß ihre beste Freundin, die zu Fasching ins Heinsberg war und mit der sie das letzte Wochenende verbracht hatte, positiv auf COVID-19 getestet wurde. Das Patenmädel begibt sich in Quarantäne, ich sage fast alle Termine ab und versuche, einen Test zu bekommen. Vergeblich. Aber ich trage ab diesem Zeitpunkt Mundschutz. Das Patenmädel wird erst zwei Wochen nach Kontakt getestet und ist negativ. Die unorganisierte Arbeit des Gesundheitsamtes macht mir Angst.

Am 5. März wird eine große Kunden-Veranstaltung, die ich mit organisiert habe, für den nächsten Tag abgesagt, weil die meisten der Teilnehmer nicht mehr reisen dürfen laut neuen Firmenrichtlinien. Auf Twitter sprechen wir darüber, ob ein Treffen in größerer Runde am letzten Wochenende im März noch statt finden wird. Wir bleiben bei der Planung, wollen aber ggf. Programmpunkte ändern. Am 12. März werden wir es absagen.

Ebenfalls am 12. März überzeuge ich P, nicht mehr beim Kunden im Hochhaus und im Großraumbüro zu arbeiten. Seit diesem Tag arbeiten wir beide bis heute zuhause. 10 Tage später wird das Büro sowieso geschlossen. (Wir entwickeln in den nächsten Wochen unseren eigenen Rhythmus. Der Wecker klingelt immer noch um 6:05 Uhr, ab 8 Uhr sind wir beide am Schreibtisch. Wer Zeit hat, macht vormittags Cappuccino, mittags koche ich, nachmittags wieder Cappuccino. Das Abendessen ist meist nur eine Kleinigkeit. – Der Esstisch im Wohnzimmer wird unter der Woche zum Homeoffice von P, ich sitze im Arbeitszimmer. – Es klappt alles überraschend gut.)

Ich bestelle am 14. März Blumen zum Geburtstag der SchwieMa, die aber erst eine Woche später hat. Diese Verwirrtheit stellt sich aber später als gut heraus, denn eine Woche später wird der Blumenladen nicht mehr aufmachen dürfen. Am 15. März findet ein erster Kaffeeklatsch-Hangout mit Twitter-Damen statt, der weiterhin jeden Sonntag gestartet wird – wer Zeit hat, kommt dazu.

Am 18. März teilt mir meine Physiotherapeutin mit, daß eine ihrer Patientinnen positiv getestet wurde und sie sich in Quarantäne begibt. Die Physio wird vier Tage später negativ getestet. Frau Merkel spricht im Fernsehen zu Corona.

Herr Söder spricht am 20. März zum Mittagessen. Es gibt in Bayern weitreichende Einschränkungen.

Samstag, den 21. März, fährt ein Fahrzeug der Feuerwehr durch die Straßen und macht auf die Ausgangsbeschränkungen aufmerksam. Ich finde das sehr creepy.

Am 23. März gibt es das erste virtuelle Homeoffice mit Novemberregen, das ab dem ersten Tag Routine wird und bis heute Bestand hat.

Schließlich gibt es ab dem 2. April eine Dreier-Aufräum-Hangout-Runde, die sich zum #stapeldesgrauens trifft. Wir sind Stand heute bei Treffen Nr. 17.

Danach kann ich kein spezielles Datum mehr festmachen – alles läuft seinen Gang. Vielleicht noch das: tatsächlich bin ich am 5. Mai 2020 das erste Mal morgens erwacht und dachte nicht sofort an Corona und an Dinge, die damit zusammenhängen … das ist … ja … was ist das? Überraschend? Schön? Komisch?

Im Zuge von Corona und des #stapeldesgrauens und darüber hinaus habe ich bis heute

  • neue Vorhänge fürs Wohnzimmer genäht
  • die Medikamente ausgemistet
  • den Taschenschrank geleert, Taschen verschenkt, verkauft und weggeworfen
  • Mail-Eingangskörbe geleert
  • eine Rentenkontenklärung gemacht und alle fehlenden Informationen dazu eingeholt
  • alle wichtigen Zeugnisse und Urkunden in einem Ordner gesammelt
  • viel Papier entsorgt, viele, viele Ordner geleert und gescannt, gefüllt und somit Stapel über Stapel abgearbeitet
  • die Steuererklärung 2019 vorbereitet und an den Steuerberater geschickt, außerdem Rückfragen dazu innerhalb eines Tages beantwortet
  • angefangen, den Keller zu entmisten
  • die Eltern und SchwieMa zwei-wöchentlich mit allen Lebensmittel und sonstigen Sachen beliefert
  • Orangenmarmelade gemacht
  • viel Brot gebacken
  • Limoncello angesetzt
  • den Balkon bepflanzt
  • mir viel Sorgen um meine Lieben gemacht
  • u.v.m.

Ich habe festgestellt, daß mir Konzerte fehlen. Klassische Konzerte. Oder eine Oper. Daß es hier noch keine Aussicht gibt, die auch noch sicher wäre, macht mich traurig. Und ich möchte nach Paris.

Aber ich kann auch noch so weitermachen. Auch bis Sommer nächsten Jahres. Es wäre nicht besonders schön, aber ich könnte es.

16. April 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

… normaler Arbeitstag am Schreibtisch. Und meine „Performance“ nähert sich langsam wieder alten Werten an. Wieder einen kleinen privaten Stapel entsorgt. Ich freue mich über jeden Stapel, jedes Eckchen, das ich frei räume.

… mit P. die Urlaubszeiten im Juni und September festgelegt. Wir werden zweimal zwei Wochen Urlaub machen. Wie es jetzt aussieht, zuhause. Aber auch während der Pandemie braucht es mal Abstand vom Job. Und wenn wir nur auf dem Balkon sitzen, stricken, lesen, kochen und Marmelade machen.

… mittags Gemüse-Quiche, ein Glas Wein (ja, wir haben hier italienische Mittagsgewohnheiten angenommen – dafür gibt es meist abends keinen mehr), Café und eine halbe Scheibe Guglhupf. Abends ein Teller Gemüsesuppe.

… Herr Söder kam zum Mittagessen. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Lockerungen auswirken – mir fehlt aber ein bißchen der Glaube, daß diese Lockerungen nicht zu große Konsequenzen auf die Reproduktionsrate haben.

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15. April 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

… Routine, Routine, Arbeitstag. Ich sehne das Ende der Heuschnupfenzeit herbei, um endlich wieder auf den Balkon oder in den Park zu können. Aber es wird noch dauern. Ein lindernder Landregen ist auch nicht in Sicht. Es ist zu trocken draußen.

… auf die Pressekonferenz von Frau Merkel gewartet. Sie und Herrn Söder gut gefunden. Herrn Laschet (er ist wirklich im Wahlkampfmodus) abends in den Tagesthemen nicht. Die Zeiten sind andere. Bis vor kurzem fand ich Herrn Laschet für einen CDUler noch gut. Herrn Söder nehme ich sein Krisenmanagement ab, (fast) ohne Hintergedanken scheint er zu handeln.

… Spaghetti Bolognese zum Mittagessen, gefolgt von Café und einer Scheibe Guglhupf.

… heute auch so ein Schmankerl: Kontrolluntersuchung in einer mir nicht bekannten Praxis. 4. Stock Altbau, Mini-Aufzug. Die Dame vor mir fährt alleine hoch, schickt den Aufzug wieder runter. Ich steige ein, ein Mann kommt hinzu und will mit einsteigen. Ich: „Ich denke, wir passen hier beide wegen der Abstandsregelung nicht hinein.“ Ich mit Maske, er ohne. Er, sehr beleidigt im Ton: „Wenn Sie meinen.“ Und nimmt die Treppe. Er stellt sich danach als mein Arzt heraus. (Dann völlig vermummt.) Wir hoben wohl beide je eine Augenbraue, brachten die Untersuchung aber ohne Probleme hinter uns.

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Küchenfenster-Ausblick – Zierkirsche

14. April 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

… ein normaler Arbeitstag in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen und Corona.

… Mittagessen Kalbslende und Couscous mit Spargel, Tomate, Orange

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… den Schreibtisch und das Arbeitszimmer mit kleinem Balkon etwas umgeräumt. Über längere Zeit wird das mein einziger Arbeitsplatz sein, also habe ich den Zweitbildschirm auf dem Schreibtisch etwas anders gestellt. Jetzt ist mehr Platz für Ordner und Papiere. Auf dem kleinen Balkon werden wir dieses Jahr die Wasserbehälter für die automatische Bewässerung der Pflanzen auf dem großen Balkon nicht nutzen. Wir haben diese Bewässerung vor allem für die Urlaubszeiten, weil unsere Nachbarn zwar sehr nett sind aber keinen grünen Daumen besitzen. Urlaub werden wir dieses Jahr nicht machen, also brauchen wir auch keine Bewässerung. Somit wird der kleine Balkon für den Wäscheständer genutzt und wir haben auf dem großen Balkon Platz im Homeoffice auch draußen zu arbeiten und zu essen, ohne daß dauernd der Wäscheständer im Weg steht. Man muß es sich schön/bequem/praktisch machen während der Pandemie. Pragmatismus hilft in diesen Zeiten.

9.-13. April 2020 – was vom Osterwochenende übrig bleibt …

… Einkäufe zusammengestellt, Kuchen und Brot gebacken, das Auto beladen, am Gründonnerstagnachmittag nach Augsburg gefahren, die Eltern und die SchwieMa geliefert. Längerer Ratsch im Treppenhaus bzw. vor der Tür. Es ist fremd, es ist traurig, aber wir versuchen, uns zu arrangieren.

… auf der Autobahn nichts los, aber wirklich viel zu viele Raser auf der linken Spur, die sich freuen, endlich mal mit 200 Sachen über die Straße fegen zu können. Da fahr ich lieber auf einer rappelvollen A8.

… ein Besuch (aus Gründen) in der Notaufnahme des Bogenhausener Krankenhauses. Sehr gespenstisch. Fast wie in einem Horrorfilm. Nichts los. Gar nichts. Ärztinnen und Ärzte, die massenhaft Zeit haben („Es kommt keiner mehr.“), Schwestern und Pfleger, die sich langweilen, Einbahnstraßensystem, Aufnahmemöglichkeiten schon auf dem Parkplatz. Da wurde organisiert und umgebaut.

… viel gekocht, normal gegessen, viel Spargel. (Spargel-Erbsen-Risotto, Shepherd’s Pie, klassisch Spargel mit Bozener Sauce, Spargel-Garnelen-Lasagne)

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… gehangoutet in verschiedenen Konstellationen – zum Ratschen, zum Arbeiten, zum Aufräumen, zum Wein trinken.

… beim Wein-Hangout über die Wiesn gesprochen, die aus unser aller Sicht nicht stattfinden wird. Und wir das auch so gut heißen, trotz großer Wiesn-Liebe – oder gerade deswegen. Beschlossen, die traditionellen Wiesn-Verabredungen trotzdem einzuhalten – und wenn es irgendwie geht mit einem Klappstuhl und einer Flasche Bier aber genügend Abstand auf der Theresienwiese – da wo das Zelt und der Tisch (ungefähr) wäre.

… wegen Heuschnupfen (und wegen Corona) mehr oder weniger nicht draußen gewesen. Wenn die Kastanienblüte rum ist, werde ich wieder unterwegs sein. Ich vermisse es – wie jedes Jahr sehr. Aus Frust die Wii wieder aktiviert und das Spiel „Step to the beat“. Wenigstens etwas Bewegung.

8. April 2020 – was vom Tage übrig bleibt …

… die Tage verschwimmen. Was war gewesen? Morgens, mittags, abends, arbeiten, Telkos, Videochats, Brotteige angesetzt, Telefonate mit Freundinnen, Lebensmittel bestellt, Lebensmittel angenommen. Unser Flur sieht aus wie ein Warenlager für die Eltern und die SchwieMu, die wir morgen beliefern wollen.

… die iWatch, die seit der Ausgangsbeschränkungen im Eck liegt, wieder geladen und aktiviert. Die Datenspende-App des Robert-Koch-Institutes geladen. Jetzt also iWatch 24 Stunden am Tag. P nimmt das Garmin-Fitness-Band, das hier noch rumliegt.

… ein Kunde brachte Unterlagen zum Arbeiten vorbei. Und ein Stück frisch geschlachtetes Lamm.

… mittags Steak mit neuen Kartoffeln und Spargel.