Nathalies Regungen

… im Kopf und in den Beinen

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Mathematikerinnen und Mädchenschulen

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Die aktuelle Diskussion zum „In Mathe bin ich Deko“-Shirt von Otto und vor allem der Artikel der Berlinmittemom zum Thema „self-fulfilling prophecies“ erinnerte mich wieder an meine Uni-Zeit:

  • Von den 133 Studenten, die an der TU München Ende der 80er mit mir angefangen hatten, Diplom-Mathematik zu studieren, waren sechs weiblich.
  • Von den 6 Studentinnen waren 6, also alle, an Mädchen-Gymnasien.
  • Von den 6 Studentinnen hatte keine je die Sätze gehört „Du kannst das nicht.“ oder „Für Mädchen ist Mathe schwierig.“ oder „Studier‘ das lieber nicht als Mädchen.“ und trug wahrscheinlich auch keine ein Shirt mit der Aufschrift „In Mathe bin ich Deko“. Vergleiche mit Jungs wären, da keine vorhanden waren, eh abstrakt gewesen.

Meine ausschließlich männlichen Mathe-Lehrer unterstützen, vorallem in der Kollegstufe (an einem neusprachlichen Gymnasium) meine Idee eines Mathe- oder Physikstudiums. Meine Eltern fanden gut, daß ich studieren wollte. Was, war erst einmal nebensächlich. Ich bin nie auf die Idee gekommen, daß ich als Mädchen, junge Frau das nicht schaffen könnte. Vielleicht auch, weil es mir keiner gesagt/suggeriert hatte?

Erst später, im Berufsleben, wurde ich immer wieder damit konfrontiert. Und ich ärgere mich immer wieder über die Frage: Haben Sie auch fertig studiert? – hier schon mal erwähnt.

P.S. Von den 133 Studenten haben 34 das Studium abgeschlossen, davon 5 Studentinnen. 🙂 Geht doch.

Bronstein

Written by Nathalie

07/03/2013 at 15:07

Macht es!

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Eine halbe Nacht und einen halben Tag war ich fassungslos, ärgerlich, traurig, schockiert, überrascht, dann langsam irritiert, skeptisch bzgl. meiner Timeline, bzgl. des Hashtags #aufschrei.

Einen halben Tag rang ich mit mir. Sollte ich einen Tweet schreiben? Sollte ich keinen schreiben? Darf ich in Frage stellen, wie sich eine Masse von Frauen verhält, wie sie es empfinden? Darf ich das? Weil: verstehen kann ich alles, was sie schreiben. Und ich finde es richtig und gut, daß es gesagt wird.
Aber: Das ist nicht neu. Machen wir uns nichts vor. Wir wissen es alle, daß es passiert. Wer das verdrängt, wird es meist auch weiter verdrängen.

Und ja, sagt es, schreit es – aber MACHT WAS.
Sonst wird aus dem Hashtag #aufschrei eine wunderbare Aktion, die wieder einschläft wie #609060. Zwischendurch wird noch jemand bei Twitter aufschreien, aber das war’s. Also MACHT WAS.
Und ja, es gibt Frauen, die nicht die Kraft und nicht das Selbstbewußtsein haben, sich zu wehren und für die man kämpfen muß. Aber ich habe nicht das Gefühl, daß meine Timeline zum großen Teil aus diesen Frauen besteht.
Und ja, es ist nicht die Schuld der Frauen, daß sie vergewaltigt werden.
Und ja, der Täter hat Schuld, nicht das Opfer.

Aber nur einfach zu sagen, der Täter ist schuld, er muß aufhören, ist leider zu einfach. Wo leben wir? Wir leben nicht in einer heilen Welt. Hier wird geboren und gestorben. Wir werden geschlagen oder gelobt. Wir werden befördert oder auch nicht. Wir werden verlassen oder verlieben uns.
Wer auch immer wird nicht einfach nur sagen „Du armes, armes Hascherl, ich bin jetzt ganz brav, ich schau Dich nicht mehr an, ich grapsch‘ Dich nicht mehr an.“

Mädels – uns wird nichts in den Schoß gelegt, wir mußten und müssen dafür kämpfen. Ob im Beruf oder in der Partnerschaft. Ob mit Freunden oder dem Chef. Das ist nicht bequem und es ist nicht gerecht.

Und genau deshalb, wehrt Euch, gebt Euren Kindern Selbstbewußtsein (ja, beiden Geschlechtern), erzieht sie mit Respekt für alle Unterschiede, die uns Menschen auszeichnen, klagt an, sprecht mit jungen Leuten, gebt Richtung, gebt Sicherheit, seid mutig (auch wenn es vielleicht heißt, ggf. in der Auseinandersetzung zu verlieren), sprecht es an (aber eben nicht nur auf Twitter).
Und ja, es ist schwer, es kostet Kraft, es benötigt Überwindung, es ist manchmal auch unvernünftig, aber

MACHT ES!

Written by Nathalie

25/01/2013 at 15:01

Veröffentlicht in Im weiten WWW, Warum

1. Januar 2013 – was vom Tage übrig bleibt …

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  • Langsam wird hier das Krankenlager wieder aufgehoben und meine Eltern sind zur nachträglichen Bescherung angereist.
  • Mittagessen im Spatenhaus an der Oper mit Touri-Ausblick – immer wieder gut, und ein Spaziergang durch die Stadt. Die Stadt war voller Touristen, viel französisch und russisch war zu hören.

Blick Spatenhaus

  • Nach dem Lesen des Spreeblick-Posts gedacht: Ja. Genau. Und der Vorsatz mehr zu bloggen, im Erst- und im Zweitblog. Und eben auch auf den Blogs der anderen zu kommentieren und nicht nur schnell einen Tweet hinzutippen als Kommentar. Der bleibt nicht, der ist weg. Und eben auch interessante Links hier festzuhalten – und eben nicht nur in einem Tweet. Und weil man gute Vorsätze umsetzen sollte, fange ich gleich damit an.
  • Sehr geschmunzelt beim Lesen: Percantas Sohn sieht das erste Mal gestern Dinner for One und sie hält seine Kommentare dazu fest. Schön, der Film läuft parallel ohne jegliche Probleme vor meinem geistigen Auge ab.

Written by Nathalie

01/01/2013 at 20:16